WASSER.WISSEN - Station 7

Ökosystem Aue

Als Auen werden die feuchten Lebensräume entlang weitgehend naturbelassener Fließgewässer bezeichnet. Sie bilden die Existenzgrundlage für eine Vielzahl von Organismen. Auch von solchen, wie sie hier, im Ökopark Hertelsleite, vorzufinden sind. Angepasste Arten wie Sumpfdotterblume, Mädesüß und Froschlöffel, aber auch zahlreiche Weidengewächse, Erlen und andere.

Ein naturbelassener Fluss verläuft in der Talaue nicht gerade, sondern in Schleifen, sogenannten Mäandern. Das Flusswasser wird durch Höhendifferenzen und Hindernisse im Flussbett in Schwingungen versetzt. An einer Seite wird das Flussbett eingetieft. Ein steiler Prallhang entsteht und bildet die Außenseite einer Schleife, wenn das Bodenmaterial darüber nach und nach wegbricht. Das Wasser fließt auf der Innenseite der Biegung langsamer und gibt mitgeführtes Material wieder ab. Ein flacher Gleithang mit Kies- und Sandablagerungen bildet sich aus. Dadurch verlagert sich das Flussbett in Richtung der Außenbögen. Die Schleifen werden ausladender und enger. Schließlich sind die Landzungen so schmal, dass sie bei Hochwasser durchbrochen und die Schleifen durchschnitten werden können. So entwickeln sich Altarme, in denen das Wasser sehr langsam fließt oder sogar steht. Ein Ökosystem bildet sich aus, das Lebensraum für eine prächtige Artenvielfalt bereitstellt.

Ursprünglich war auch die Sächsische Saale ein stark mäandrierender Fluss mit weit ausladenden Schleifen und Altwasserarmen, die im Laufe der Zeit immer stärker begradigt wurden. Dadurch ist das ursprüngliche Erscheinungsbild verloren gegangen.

Flüsse werden wieder renaturiert, indem künstlich Schleifen (siehe Kartenausschnitt) angelegt werden. Das dient der Auenvitalität und dem Hochwasserschutz.

Schleifen erhöhen den Rückhalt des Wassers in der Fläche und sorgen so für mehr Artenvielfalt und Heterogenität in der Landschaft.

 
 
 
 
 
 
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