WASSER.WISSEN - Station 15

Fattigsmühle

„Der kleine Saalenstein“ war gräflich Reuß‘sches Lehen und Ansitz zahlreicher Adelsgeschlechter, bevor er durch Veit Eustachius von Zedwitz im Jahr 1677 in eine Mühle verändert worden sein soll. Seitdem sind dort zahlreiche Müllerfamilien dem Handwerk des Mahlens nachgegangen. So weist auch über dem Eingang das Müllerwappen mit der Jahreszahl 1789 und den Initialen J. F. auf einen der ansässigen Müller hin: Johann Fiedler. 

In einem Auszug aus dem Kurzinventar Stadt und Landkreis Hof von 1960 ist zu lesen: „Stattlicher, zweigeschossiger Bau von drei zu sechs Obergeschoßfenstern. Satteldach mit Gauben. Beide Giebel dreigeschossig und verschiefert. Erdgeschoß massiv. Traufseitig zum Hof und nach Norden konstruktives Obergeschoßfachwerk mit einigen Andreaskreuzen; dazu traufseitig vermauerte rundbogige Aufzugluke, an geschnitzter Rahmung bez. 1677. Nordseitiges Fachwerk kragt vor über geschnitzten Balken. Die übrigen Obergeschoßseiten mit einfachem Fachwerk. Hofseitig stichbogige Türe von 1855.“

Im 19. Jahrhundert nochmals geringfügig umgebaut, ist die heutige Fattigsmühle eine der am besten erhaltenen Getreidemühlen im Landkreis Hof. Sie besteht aus einem zweigeschossigen Fachwerkbau mit verschiefertem Satteldach und eingelassenen Gauben. Auch innerhalb des Gebäudes konnten Originalteile aus dem Mühlenbetrieb erhalten werden. 

Von ehemals zwei Wasserrädern wurde eines zum Betreiben der Säge verwendet, das andere diente dem Mahlvorgang des Korns. Dazu wurde die Sächsische Saale aufgestaut (siehe historischer Kartenausschnitt), um ausreichend Energie für den Betrieb der Räder aus dem Wasser zugewinnen.

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Historischer Kartenausschnitt der Fattigsmühle bereits mit Staustufe, 

Uraufnahme (1808-1864)

fattigsmühle
fattigsmühle
 

Familien, denen das Anwesen bereits gehörte: 

  • 1517 von Feilitzsch
  • 1546 von der Grün
  • 1620 von Dobeneck und von Reitzenstein
 
 
 
 
 
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